Absinth im Kaffeehaus

Was hat Absinth mit dem Kaffeehaus zu tun?

Im 19. und noch im 20. Jahrhundert war Absinth ein fixer Bestandteil der Kaffeehauskultur.

Foto von: www.klosterfete.de
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Absinthoder auch Absinthe wird aus Wermut, Anis, Fenchel sowie einer je nach Rezeptur unterschiedlichen Reihe weiterer Kräuter hergestellt. Die meisten Absithe sind grün, woher auch der Name „die grüne Fee“ (la fée verte) stammt.

Foto von: http://commons.wikimedia.org
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Sie haben einen Alkoholgehalt zwischen 45 und 85 Volumenprozent. Die grüne Farbe stammt vom Chlorophyll im pontischem Wermut und von Ysop, Melisse und Minze die beigefügt werden.

Erfunden wurde der Absinth im 18. Jahrhundert in der Schweiz.
Bekannt wurde er aber eigentlich erst in der zweiten Hälfte des 19. und dem frühen 20. Jahrhundert in Frankreich durch berühmte leute wie Charles Baudelaire, Vincent van Gogh, Ernest Hemingway, Edgar Allan Poe, Oscar Wilde und andere. Populär wurde das Getränk insbesondere in Paris, wo die Kriegsheimkehrer Absinth regelmäßig in den späten Nachmittagsstunden in den Cafés genossen.

Im Jahr 1915 wurde das Getränk in einer Reihe europäischer Staaten und den USA verboten. Die angeblich schädliche Wirkung konnte nie nachgewiesen werden und damals festgestellten gesundheitlichen Schäden werden heute auf die schlechte Qualität des Alkohols und die hohen konsumierten Mengen zurückgeführt. Thujon, ein Bestandteil des ätherischen Öls des Wermuts ist ein nervengift und wird wohl auch für die Nebeneffekte des Absinths wie Schwindel, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Depressionen etc. verantwortlich gemacht.
Deshalb wurde der Thujongehalt in alkoholischen Getränken in der EU begrenzt. Seit 1998 ist Absinth in den meisten europäischen Staaten unter dieser Auflage wieder erlaubt.

Absinth ist mit einem Alkoholgehalt von bis zu 90 % erhältlich und wird deshalb in der Regel verdünnt getrunken. Absinthe Suisse ist dabei das Spitzenprodukt mit einem besonders hohen Alkoholgehalt und hoher Qualität.

Zurück zur Kaffeehauskultur!

Rund um das Jahr 1860 etablierte sich die „grüne Stunde“ (heure verte) im Alltagsleben französischer Metropolen. Es galt als IN zwischen 17 und 19 Uhr in den späten Nachmittagsstunden in Bars und Cafés der Pariser Boulevards Absinth zu trinken. Absinth war damals ein Getränk das preisgünstiger als Wein war. Laut Wikipedia betrug der Jahreskonsum von Absinth in Frankreich 1912 ganze 221,9 Millionen Liter.

The Absinthe Drinker by Viktor OlivaAus dieser Zeit stammt das berühmte Bild „Der Absinthtrinker“ des tschechischen Malers Viktor Oliva.

Die verschiedenen Trinkrituale die sich rund um den Absinth entwickelt haben werden Französisches Trinkritual, Schweizer Trinkweise und Tschechisches oder Feuerritual genannt. Ihnen allen ist eigen, dass der Absinth im Verhältnis zwischen 1:1 bis 1:5 mit Eiswasser vermischt wird.

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Whiskey und Bier sind für Idioten. Absinth für Poeten. Absinth hat die Kraft der Magier. Er kann die Vergangenheit auslöschen oder erneuern, und die Zukunft annulieren oder vorhersagen.”
Ernest Christopher Dawson

Kaffeehauskultur

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