Ärzte trinken mehr Kaffee

Studien über die Wirkung von Kaffee und das Konsumverhalten der Menschen gibt es ja fast andauernd. Der Einfluss von Koffein auf unser körperliches Wohlbefinden zählt zu den wissenschaftlichen Dauerbrennern. Was verschieden ist, sind die Ergebnisse der Untersuchungen.

In this image taken on May 13, 2013, glasses of cold-brewed iced coffee for summer are shown served on a tray in Concord, N.H. (AP Photo/Matthew Mead)
In this image taken on May 13, 2013, glasses of cold-brewed iced coffee for summer are shown served on a tray in Concord, N.H. (AP Photo/Matthew Mead) www.spiegel.de

Anfang Dezember kritisierten Forscher angeblich irreführende Ergebnisse einer Studie die eine Verbindung zwischen höherer Lebenserwartung und Kaffeekonsum herstellt. Notorische Kaffeetrinker freuen sich über das Ergebnis, aber statistisch gesehen gibt es Zweifel an der Kausalität. Österreich ist eine Kaffeenation: Im Jahr 2014 lag der Konsum mit 8,3 Kilogramm pro Kopf weit über dem europäischen Durchschnitt (4,9 Kilogramm). Mehr geröstete Bohnen konsumierten nur die Finnen (12,1 Kilogramm) und Norweger (9,1 Kilogramm). Eindrucksvolle Zahlen zum Kaffeeverbrauch haben wir ja schon öfter publiziert.

In Wahrheit hatte die Studie nur eine Korrelation notiert, also einen Zusammenfall von Kaffeekonsum und höherer Lebenserwartung. Ein Kausalzusammenhang, dass der Kaffeekonsum ursächlich für die höhere Lebenserwartung ist, wurde jedoch nicht festgestellt”, betont Walter Krämer, Statistiker an der Technischen Universität Dortmund.

Was die gesundheitlichen Effekte betrifft, ist der Befund eben weniger eindeutig: Koffein könnte die Folgen von chronischem Stress lindern und das Rückfallrisiko nach einer Darmkrebserkrankung senken. Kaffee kann Depressionen vorbeugen. Was uns verwirrt sind die Worte “kann” und “könnte”. Was stimmt den nun wirklich? Mythos oder Wahrheit?

Der einfache Hausverstand sollte uns die Frage beantworten lassen. Ärzte selbst müssten es am Besten wissen.

Foto: http://eatocracy.cnn.com
Foto: http://eatocracy.cnn.com

Wie viel Kaffee konsumieren also die Ärzte selbst?

Schweizer Mediziner haben den Kaffeekonsum ihrer Kollegen erhoben: Das Trinkverhalten von insgesamt 766 Ärzte wurde während eines Jahres beobachtet.  84 Prozent greifen regelmäßig zum schwarzen Wachmacher. Interessant dabei ist, dass anscheinend Orthopäden am meisten Kaffee trinken. Die Gruppe dieser Ärzte wird gefolgt von Radiologen und Chirurgen. Interessanter Weise waren die Anästhesisten am seltensten in der Cafeteria anzutreffen. Ihr Jahres- Durchnschnittsverbrauch lag bei nur 40 Tassen pro Person. Auch zeigte die Studie, dass Frauen eher Cappuccinobevorzugen und Männer öfter zum Espresso greifen. Zuletzt wurde auch noch belegt, dass der Kaffeekonsum mit zunehmenden Alter signifikant zunimmt.

Die Originalstudie findet sich hier:
Black medicine: an observational study of doctors’ coffee purchasing patterns at work

Genaueres kann man weiter nur erahnen!

Kaffeewelt

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