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Aufgeschobener Kaffee

Das Grundrecht auf Kaffee

Deutschlands Kaffeehäuser entdecken eine alte Tradition aus Neapel für sich.

“Einen Aufgeschobenen, bitte!”

Der “Caffè sospenso”, auf Englisch “suspended coffee” wird nicht nur in Bielefeld zum Trend.

Das System ist einfach: Ein Kunde bezahlt zwei Kaffees, trinkt jedoch nur einen. Der “aufgeschobene Kaffee” wird für jemanden aufgehoben, der sich selbst keinen leisten kann. Nach der radikalen Idee von unfreundlichen Kaffeehausbesuchern mehr Geld zu verlangen , greift die Idee des “aufgeschobenen Kaffees” mehr und mehr um sich.

In Neapel war es früher Tradition und die Leute sprachen über das “Grundrecht auf Kaffee”. Bereits sieben Lokale bieten in Ostwestfalen aufgeschobene Kaffees und sogar aufgeschobene Pizzastücke an. Zum Beispiel die Lokale von Giuseppe Fracasso und seiner Familie in der Bielefelder Innenstadt. Der Inhaber erzählt davon, dass die Idee von einer Bekannten kam die einen Artikel darüber auf Facebook entdeckt hatte. Das gefiel ihm so gut, dass er beschloss den Aufgeschobenen auch in seinem Lokal anzubieten. Damit war er unter den ersten in Deutschland der den “aufgeschobenen Kaffee” auf der Speisekarte hatte.

Foto: freeimages.com

Seit nun schon ein paar Jahren rührt eine Schülerin aus Sachsen (Saskia Rüdiger) begeistert die Werbetrommel für diese Idee auf der Webseite: Suspended Coffees Germany. Mehr und mehr Betreiber von Kaffeehäusern und Bäckereien schließen sich der Idee an, obwohl sich die Betreiberin des Websites eine schnellere Ausbreitung wünscht. Viele Kaffeehaus- Besitzer wollen einfach keine Obdachlosen im Lokal sitzen haben. Dazu kommt noch, dass die großen Ketten in den Metropolen wie Starbucks, McDonalds und Burger King sehr unflexibel sind. Familiäre Kaffeehäuser in kleinen Städten haben es da leichter. Hier bestimmt der Chef oder die Chefin was eingeführt wird und was nicht. Bei den großen Ketten müssen solche Entscheidungen erst von oben abgesegnet werden, bevor sie ausprobiert werden können.

Eine weitere Hemmschwelle zur Einführung des “Aufgeschobenen” ist das Vertrauen der Kunden, die ja nicht nachprüfen können ob der von ihnen bezahlte Kaffee nicht an einen beliebigen Gast geht, oder noch schlimmer, der Lokalbetreiber das Geld einfach einsteckt.

Prinzipiell können sich alle Leute einen Kaffee abholen die nicht genug Geld haben, sich selbigen zu leisten. Dazu zählen neben Obdachlosen und Wohnungslosen auch Rentner, alleinerziehende Elternteile, Geringverdiener, Studenten, Hartz4 Empfänger und sicherlich noch weitere.

“AUFGESCHOBEN” auch außerhalb des Kaffeehauses

Wenn es nach Saskia Rüdiger geht, dann soll diese Idee bald auch in anderen Geschäftsbereichen Einzug halten können. Sie kann sich sehr gut auch eine “aufgeschobene Pizza”, ein “aufgeschobenes Wiener Schnitzel”, oder einen “aufgeschobenen Haarschnitt” beim Friseur vorstellen.

Eines der Hauptprobleme im System des “aufgeschobenen Kaffees” ist aber ganz unerwarteter Weise die tatsächlich Bedürftigen zu erreichen und nicht die Kaffeehäuser. So entwickelt sich die Idee langsamer als erhofft. Gesetzt wird auf Mundpropaganda.

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4 Kommentare

  1. Jajaja, alle Kommentare haben was, aber wir sollten es einfach probieren. Kaffee, Pizza oder Haarschnitt gratis. Ich bin auch skeptisch, aber wenn wir nie was probieren, dann ändert sich auch nie was.
    Und wer nix zahlen will, der kann ja diesen Link verschicken (Hab das grad auf der Seite gefunden) HAHA!
    http://kaffeeseite.com/kaffee-gratis-trinken/

  2. Ist immerhin eine Option was auszuprobieren.Solange es nicht gratis Kaffekapselmaschinen gibt die noch mehr Müll produzieren.

  3. Mit einem Kaffe und einer Pizza ist keinem geholfen. Speziell wenn ich nicht weiss, ob das wirklich dort ankommt wo ich denke.
    Keine gute Idee.

  4. Jajaja, die Idee ist ja nicht neu, aber immer noch gut. Ich hoffe, dass sich das durchsetzt, denn da geht es ja eigentlich nicht nur um Kaffee sondern um eine Idee Leuten, die sich manche Dinge nicht leisten können selbige zu ermöglichen. Der AUFGESCHOBENE HAARSCHNITT ist ein Beispiel. Ein Arbeitsloser hat kein Geld. Für eine Bewerbung braucht er/sie einen halbwegs passablen Haarschnitt. Der kostet Geld. etc.
    Der Gratiskaffee hilft vielleicht heute, aber… Wichtiger wäre solchen Leuten dann Kleidung oder Haarschnitt zu geben. Das Problem ist natürlich, dass keiner weiss ob sie sich dann wirklich für einen Job bewerben.

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