Kaffe mit Beinen

Kaffe mit Beinen in Santiago
Für Bardamen sind in vielen Cafés hübsche Beine Pflicht, denn sie tragen knappe Kleider oder auch weniger beim Servieren.

FOTO: GETTY IMAGES, http://www.travelbook.de/
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Bis vor 20 Jahren gab es hier nur Pulverkaffee, bis dann ein findiger Geschäftsmann mit der Idee knapper Bekleidung und schöner Beine der Espressokultur auf die Sprünge half. Die Cafes wirken meist hell und sauber und sind schon in den späten Morgen- und Mittagsstunden geöffnet. Die Bikini-, Flirt- und Fummel-Varianten der Cafés con piernas haben dunkel getönte Scheiben. Zur Mittagszeit und am späten Nachmittag sind sie voll mit Krawattenträgern, die eine Ablenkung vom eintönigen Büroalltag suchen.  Der Kaffee wird hier überall an einer Bar von wenig bekleideten bis fast nackten hübschen Kellnerinnen ausgeschenkt. Der Boden hinter der Bar ist oft erhöht, so dass sich der Po der Servierinnen fast auf Augenhöhe der Gäste befindet.

Sexy Kaffeehaus

In Europa waren ja Kaffeehäuser auch lange Zeit als Sündenpfuhl verschrien, doch sah das “sexy Kaffeehaus” damals in Europa anders aus. Zu den dezenteren Cafes in Santiago in denen die Mädchen “nur” Miniröcke tragen gehören die Traditionsketten Haiti und Caribe. Man findet sie gleich in der Fußgängerzone neben McDonald’s und Co. Was einst recht zahm angefangen hat treibt heute bunte Blüten. Da gibt es das Café Colombia, das einzige “Internetcafé mit Beinen”, da gibt es das Café Venus, wo “Playboy TV” läuft und immer mehr nackte Haut gezeigt wird. Manche Touristen irritieren solche Cafés. Doch bei den Chilenen erfreuen sie sich seit Jahrzehnten großer Beliebtheit.

1195 gründete Miguel Angel Morales das Café Baron Rojo mit seinen Kellnerinnen im Bikini. Er war es auch der die “Happy Minute” erfunden hat. Hier lassen die Mädchen ein Mal am Tag auf Kommando alle Hüllen fallen. Prostitution ist in allen Cafés ein Tabu, offiziell zumindest.
Seit Juli müsssen alle getänten und verspiegelten Scheiben abmontiert werden, was viele Kaffeehausbetreiber als geschäftsschädigend ansehen. Viele ihrer Kunden sind angesehene Geschäftsleute und Familienväter. Sie wollen in Ruhe gelassen werden, keine Fragen, keine Fotos.

In den “traditionellen” Cafés wird diese Gesetzesänderung mit einem Lächeln aufgenommen, denn sie hatten immer schon durchsichtige Fenster.

Hier noch eine Film- Dokumentation für spanisch sprechende Kaffeefreunde.

Kaffeehauskultur

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