|

Als am Nachmittag Kaffee im Kaffeehaus verboten wurde

Sie werden denken, dass es sich hier vielleicht um eine Zeitungsente handelt, doch es ist nicht so.

Foto:asklubo.com
Foto:asklubo.com

Am 18.12. vor genau 100 Jahren wurde die Ausschank von Milchkaffee, Milch und mit Milch zubereiteten Getränken in Gast- und Kaffeehäusern von 2 Uhr nachmittags an bis gegen Abend verboten.
Das Gesetz galt damals für Wien und Niederösterreich und stützte sich nicht auf die Tatsache, dass Nachmittagstee ohnehin gesünder als Kaffee ist.

“Man bläst, man schlürft, man saugt und rühret,
man trinkt mit Milch, und auch allein,
wie jeder bei sich Lust verspüret,
so schluckt er diesen Nektar ein,
den Gott den Sterblichen gegeben,
damit sie hier vergnügter leben.”

Das muss damals für die WienerInnen und NiederösterreicherInnen eine gewaltige Umstellung gewesen sein, denn nur schwarzen Kaffee zu trinken ist nicht jedermanns Sache und auch vom gesundheitlichen Standpunkt nicht allgemein ratsam. Und wie viele menschen haben das Schlagobers- oder Sahnehäubchen auf ihrem Kaffee vermisst?

Wann dieses Verbot wieder aufgehoben wurde konnten wir bislang leider nicht herausfinden.

Sicher ist jedoch, dass es nicht das erste Mal war, dass es zu einem Verbot des braunen getränks kam.

Zu einem Kaffeeverbot kam es u.A. im Jahr 1768, als Friedrich der Große – König von Preußen wahrscheinlich aufgrund der aufputschenden Wirkung und aus wirtschaftlichen Gründen (Bier als wirtschaftlich wichtiger Faktor / Geld floss aus den Regionen ins Ausland und Kaffee musste importiert werden). Später wich dem Verbot wie sooft, die Erhebung von Einfuhrzöllen und anderen Besteuerungen.

Schon zuvor, im Jahr 1511 war in Mekka Kaffee von den Juristen und Gelehrten wegen der berauschenden Wirkung und deren Folgen für die Gesellschaft und den Glauben verboten worden. Das Verbot hielt sich praktisch 30 Jahre später aufgehoben.

Eine Art Kaffeekultur entwickelte sich vor allem im Osmanischen Reich ab 1536 kennen, nachdem sie den Jemen erobert hatten, doch stritten sich die Religionsgelehrten, ob der Kaffee den Vorschriften des Korans entspräche und wetterten gegen den öffentlichen Kaffeegenuss. In den Cafés sahen sie Orte der Verschwörung und Sittenlosigkeit und behaupteten, in ein Kaffeelokal zu gehen, sei eine noch größere Sünde als eine Weinstube aufzusuchen. Schließlich erließen sie sogar ein Rechtsgutachten (fetwa), das den Kaffee für verboten erklärte. Auch Sultan Murats IV. (reg. 1634-1540) im Jahre 1633 ein absolutes Kaffeeverbot. Zudem ließ er sämtliche Kaffeehäuser abreißen und sprach sogar Todesurteile gegen die Kaffeetrinker aus. Sein Nachfolger Mehmet IV. nahm diese Erlasse allerdings wieder zurück.

Keinen frischen Kaffee zu Hause?

Probiere unsere Top 3 Kaffee Abos!

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.