Kaffeeseife

Nicht in erster Linie dient Kaffeeseife der Reinigung. Sie ist vielmehr ein natürlicher Geruchskiller und daher in der Küche unentbehrlich. Wer beispielsweise Zwiebeln oder Knoblauch schneidet oder Fisch zubereitet, der kennt das Problem, dass selbst intensives Händewaschen den Mief nicht beseitigt. Auch andere Lebensmittel lassen Finger unangenehm riechen. Kaffeeseife ist hier die erste Wahl, denn bekanntermaßen bindet Kaffee üblen Gestank. Kaffee ist kein Allheilmittel, aber wäscht man sich damit die Hände, dann werden nicht nur die hässlichen Dünste beseitigt, sondern auch die Haut gepflegt, denn Kaffeeseife enthält einen hohen Fettanteil.

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Kaffeeseife selbst herstellen

Man braucht einen staken Kaffee, um Kaffeeseife selbst herzustellen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Hier die erste Idee:

  1.  1. Starken Kaffee mit destilliertem Wasser brühen und abkühlen lassen
  2.  2. Lauge damit anrühren, ohne weiteres Wasser hinzuzugeben
  3.  3. auf Wunsch Peeling dazugeben, z. B. Kaffeepulver (3 Esslöffel je 500 g Fett/Öl)
  4.  4. optional Milch- oder Milchprodukte beigeben

 

Kaffeeseife ist fest, schmiert kaum, bildet Schaum und gilt als sehr preisgünstig. Die nachstehend beschriebene Menge ergibt 10 herkömmliche Seifenstücke a 100 Gramm. Die Überfettung kann wegen der unterschiedlichen Zusammensetzung von Margarine nicht genau vorgesagt werden, wird aber immer etwas höher berechnet und liegt ungefähr zwischen neun und zehn Prozent.

Benötigt werden 400 Gramm Pflanzenmargarine, 250 Gramm Kokos- und 350 Gramm Rapsöl, 310 Gramm starker kalter Kaffee und 5 Esslöffel Kafeepulver. Die Menge vom Natriumhydroxyd = Natronlauge (NaOH) muss selbst berechnet werden. Dazu gibt es für jedes Öl Verseifungszahlen, die für die Berechnung der richtigen Konzentration der Natronlauge herangezogen werden.

Beispiel:
Die gewünschte Menge des jeweiligen Öls muss mit dem Wert der Verseifungstabelle mulipliziert werden. Anschließend werden die einzelnen Werte inklusive sämtlicher Stellen nach dem Komma addiert. Daraus entsteht die Natronlaugen-Menge, die für die Verseifung des Öls nötig ist.

Will man eine Seife mit 5 % Überfettung herstellen so geht man wie folgt vor:

350 Gramm Rapsöl: 350 g x 0,1345 = 47,075 g NaOH

+250 Gramm Kokosöl: 250 g x 0,1830 = 45,75   g NaOH

1000 g Fettansatz               = 92,825 g NaOH

Weil diese Seife aber für die Körperpflege zu scharf wäre, werden statt 5 % Überfettung 10 % genommen. Beim obigen Fettansatz benötigt man 92,825 g NaOH. Wenn 5 % Fettüberschuss bleiben sollen, müssen 5 % vom NaOH abgezogen, d. h. es werden nur 95 % des NaOH genutzt:

92,825 g x 0,95 = 88,1838 g NaOH.

Viele Waagen messen nicht mit Nachkommastellen, deshalb muss auf ganze Grammzahlen gerundet werden. Die zusammengezählten Werte rundet man ab, weil eine höher überfettete Seife besser ist als eine zu scharfe. Gegen die durch die Überfettung verkürzte Haltbarkeit kann man Seife einfrieren. Ätherische oder Parfümöle sind für Kaffeeseife nicht zu empfehlen, weil der Kaffee wahrscheinlich sowieso den Duft überdecken würde.

Foto: http://seifenmacherin.blogspot.mx

Der starke Kaffee wird zunächst aufgebrüht und muss lange ziehen. Nach dem Abkühlen kommt er für mehrere Stunden in den Kühlschrank. Ist er sehr kalt, wird das Fett abgewogen und in einem Topf zum Schmelzen gebracht. Erst danach wird das Rapsöl hinzugefügt. Nun muss die Lauge abgewogen werden. Sie soll nun vorsichtig in den kalten Kaffee gelangen, wobei man gut aufpassen muss, dass nichts daneben geht – vor allem nichts auf die Haut oder in die Augen gelangt. Die Lauge und die Fette müssen nun abkühlen.

Die Lauge wird anschließend zur Mischung aus Öl und Fett in den Topf gegeben. Mit einem Löffel wird gut verrührt. Nun wird mittels Stabmixer die Masse angedickt. Wer mag, gibt noch das Kaffeepulver als Peeling hinzu und rührt es gleichmäßig unter die Masse. Nun kommt die Masse in die bereitgestellten Seifenformen und muss 24 Stunden ruhen. Anschließend wird die Kaffeeseife in handliche Stücke geschnitten und muss nun einen bis eineinhalb Monate reifen. Anfangs riecht die Kaffeeseife noch unangenehm, erst später bildet sich der charakteristische Duft. Verfeinert für die Hautpflege wird Kaffeeseife durch einen reichlichen Esslöffel Sahnequark oder Mascarpone. Danach sollte die Seifenform abgedeckt werden.

Kaffeewissen Rezepte

Kommentare

  • Jenny ,

    Ganz wichtig ist es, beim Umgang mit dem NaOH Handschuhe und Schutzbrille zu tragen. Und die entstehenden Dämpfe nicht einzuatmen.

  • Fritz ,

    Vielen Dank für das Rezept zum Kaffeeseife machen 🙂 Es scheint auch gar nicht so schwierig sein, die zu machen und ich habe schon von sehr vielen gehört, das Kaffeeseife sehr gut sein soll! Und die Hände sollen danach klasse riechen 🙂

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