Woher stammt Kaffee
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Geschichte des Kaffees: Wo liegt die Herkunft unseres Lieblingsgetränkes?

Wir alle genießen am Morgen gerne unser liebstes Heißgetränk, stellen uns dabei aber nur selten die Frage nach der Geschichte und Herkunft des Kaffees. Woher kommt der Kaffee eigentlich und wie wurde er einst entdeckt? Wir sind dieser Frage einmal auf den Grund gegangen.

Seit wann gibt es Kaffee?

Es handelt sich um die große Preisfrage, die bis heute niemand mit annähernder Präzision beantworten kann.

Statt klarer Informationen sind es vielmehr Legenden und Mythen, die sich um die Kaffee Geschichte ranken.

Eine dieser vielen Legenden besagt, dass es Heilkundige aus Afrika waren, die einst ihre Ziegen beobachteten, welche wiederum Kaffeekirschen zu sich genommen hatten. Sie konnten nachts noch aktiv umherspringen und waren nicht so müde wie andere Tiere, die nicht von den Sträuchern genascht hatten.

Diese anregende Wirkung weckte das Interesse der Bevölkerung vor Ort, die ihrerseits mit rohen und gekochten Kaffeekirschen experimentierte. Festgehalten wurde diese Legende im Buch „De saluberrima potione cahve“ von Antonius Faustus Naironus im Jahr 1671. Erste Erwähnungen von Kaffee gab es jedoch bereits im 9. Jahrhundert, wobei damals noch die Blätter ähnlich wie Tee gekocht wurden.

Während die Jahreszahl also Rätsel aufgibt, ist die Herkunft des Wortes „Kaffee“ selbst deutlich klarer: Der Begriff stammt aus dem Arabischen. Dort wird Lebenskraft bzw. Stärke mit „qahwa“ bezeichnet. Erstmals botanisch eingeordnet wurde die Kaffeepflanze vom Schweden Carl von Linné im Jahr 1753.

Woher stammt die Kaffeepflanze?

Wie schon die Frage nach der Zeit lässt sich auch jene nach der Herkunft der Kaffeepflanze nicht einwandfrei klären. Allerdings ist es gesichert, dass die Pflanzengattung Coffea aus den afrikanischen Tropen stammt. Andere Kontinente erreichte sie derweil erst weit später, als sie durch den Menschen zum Beispiel in das heute beliebte Anbaugebiet Lateinamerika transportiert wurde.

Coffea Arabica stammt mit großer Sicherheit aus Äthiopien, genauer gesagt aus der Region Kaffa. Auch deshalb gilt das Hochland des afrikanischen Staates noch heute als Heimat der populärsten Kaffeebohnen. Robusta wuchs einst in tieferen Regionen im nahegelegenen Uganda am Victoria-See. Dort gab es das typische feuchtwarme Klima, das die Robusta-Pflanze bevorzugt.

Im Verlauf der Jahre breitete sich die Kaffeepflanze immer weiter aus, zum Beispiel ungefähr im 14. Jahrhundert in den Jemen. Durch den Kaffeeanbau fand sich die arabische Region schon bald in einer einzigartigen Rolle als Monopolträger. Hier blühte die Stadt Mocha im Jemen zu einer wahren Handelsmetropole ihrer Zeit auf.

Mocha wird auch Mokka genannt und heißt heutzutage ganz offiziell al-Mukha.

Die Verbreitung von Kaffee

Phase 1: Kolonialisierung

Die Kolonialmächte spielten für die weitere Verbreitung eine wichtige Rolle in der Kaffee Geschichte – allerdings zugleich für den Niedergang des arabischen Monopols.

So wurden von Indern und Niederländern Kaffeebohnen entwendet und Pflanzen gezüchtet. Insbesondere die Niederländer brachten die Pflanzen zugleich in ihre Kolonien in aller Welt mit. Sri Lanka, Java, Timor und Sumatra sind nur vier Orte, die heute als klassische Kaffeeanbaugebiete bekannt sind.

Gabriel de Clieu führte den Kaffeeanbau in den französischen Kolonien ein

Die europäischen Nationen profitierten wirtschaftlich stark vom Kaffee und bauten ihre Handelswege auf diese Art und Weise immer weiter aus. Da Frankreich und Großbritannien den Niederländern mit ihren eigenen Kolonien folgten, gab es weltweit einen immer intensiveren Kaffeeanbau.

Phase 2: Kaffeehäuser

Es dauerte jedoch fast zwei Jahrhunderte, ehe der Kaffee auch das Osmanische Reich vollends faszinierte. Zum gemeinsamen Genuss des Heißgetränks öffneten die ersten Kaffeehäuser in Istanbul, wobei der damalige Herrscher Murad IV davon nur wenig hielt. Vielmehr ließ er Kaffee offiziell verbieten und zerstörte aufgrund dieses Gesetzes sogar diverse Kaffeehäuser, die sich nicht an die Regelung gehalten hatten.

Ebenfalls gegen Ende des 16. Jahrhunderts gab es die ersten Erzählungen von Kaffee in Deutschland. Ausgerechnet im Bier-Mekka Bayern war es, wo ein Augsburger Mediziner von seiner Reise in den Orient berichtete. Dort war er natürlich auch Kaffee über den Weg gelaufen, dass sich in dieser Region der Welt längst wie ein Lauffeuer verbreitet hatte. Weitere Reisende ließen es sich nicht nehmen, Kaffee nach Deutschland und in andere europäische Staaten mitzubringen.

Das neuartige Getränk wurde schnell positiv aufgenommen und führte zu einer mit dem Osmanischen Reich vergleichbaren Entwicklung.

Kaffeehäuser sprießten in den damaligen Metropolen wie London und Wien im 17. Jahrhundert aus dem Boden. Deutschland folgte etwas später mit dem ersten Kaffeehaus in Bremen im Jahr 1673.

Phase 3: Kaffee als weltweites Handelsgut

Sobald der Kaffee einmal in den europäischen Großmächten angelangt war, stand der Nutzung für den Handel im großen Ausmaß nichts mehr im Wege. Vor allem als Importware kam dem Kaffee zum Beispiel in Deutschland eine immer größere Bedeutung zu. Das Gleiche galt nach und nach ebenfalls für Nordamerika, wo auch ein steigender Konsum festzustellen war.

Im 19. Jahrhundert verzeichnete der Kaffeehandel abermals einen großen Schwung. Das hatte er vor allem der Industrialisierung zu verdanken, welche in Europa und Nordamerika vonstattenging. So konnten Kaffeebohnen viel einfacher als je zuvor mit Dampfern über die Meere transportiert werden. Dazu kamen weitere Geräte, etwa für die Röstung von Kaffee, die das Leben der Kaffeehändler deutlich vereinfachten.

Mitarbeiter verpacken Kaffee bei der Crescent Manufacturing Company, Seattle, um 1920.

Und auch die Kommunikation, die weltweit schneller möglich war als je zuvor, sorgte für verbesserte Handelsbedingungen an den Börsen, wo nunmehr seit einiger Zeit Kaffeepreise gehandelt wurden.

Die jüngere Kaffeegeschichte in der Neuzeit

Als der Kaffee einmal die Welt erobert hatte, war sein Siegeszug nicht mehr aufzuhalten.

Das 20. Jahrhundert wurde unter anderem von zwei Weltkriegen bestimmt, die ebenfalls ihren Einfluss auf die Kaffeegeschichte hatten. Schließlich waren die international stationierten Soldaten die Zielgruppe von löslichem Kaffee. Dieser hält sich lange und war industriell auch in Massen gut herzustellen.

Doch nicht nur die eigentliche Zielgruppe war schnell von den Vorteilen des lange haltbaren Kaffees überzeugt, sodass er heute in jedem Supermarkt des Landes zu finden ist. Dazu kommt die Option, den Kaffee entkoffeiniert zu trinken. Somit wird er auch jenen Menschen zugänglich, die zuvor an einer Koffeinunverträglichkeit litten.

Im Jahr 2019 wurden bereits insgesamt über 10 Millionen Tonnen an Rohkaffee in aller Welt geerntet.

Der mit Abstand größte Produzent ist mittlerweile Brasilien. Im südamerikanischen Staat allein wurden 3 Millionen Tonnen Rohkaffee gesammelt. Es folgen Vietnam, Kolumbien, Indonesien sowie das Herkunftsland des Kaffees, Äthiopien. Dort ist der Kaffee nach wie vor das wichtigste Exportgut des Landes.

Nach Rohöl wird beim Kaffee vom zweitwichtigsten Handelsprodukt der Welt gesprochen. Kein Wunder, hat der weltweite Export von Kaffee doch einen Wert von knapp 20 Milliarden US-Dollar. Da es sich jedoch um ein natürliches Produkt handelt, sind Schwankungen stets an der Tagesordnung, etwa durch Dürrephasen, die ganze Ernten zerstören können und dies in der Kaffee Geschichte immer wieder taten. Die Folge waren Wert- wie Exporteinbrüche, die meist mehrere Jahre benötigen, ehe wieder das gewohnte Preisniveau und der bekannte Lieferumfang erreicht wird.

Was wird die bewegte Geschichte des Kaffees wohl im kommenden Jahrhundert für uns bereithalten?

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