Kopi Luwak Kaffee

Kopi Luwak Kaffee

Kopi Luwak (auch Coffee Alamid, Philippine Civet Coffee, Katzenkaffee oder Wieselkaffee genannt) ist die Bezeichnung für einen der exklusivsten und teuersten Kaffees der Welt.

Der Gourmetkaffee wird aus den Exkrementen von ursprünglich in freier Wildbahn lebenden Fleckenmusangs hergestellt.

Kopi Luwak wird in Indonesien, Sumatra, Java, Vietnam, Sulawesi, Südmindanao und auf den Philippinen produziert.

So entsteht Kopi Luwak Kaffee

Fleckenmusangs (von den Einwohnern „Luwak“ genannt) sind nachtaktive, wieselähnliche Baumbewohner die sich von reifen Kaffeekirschen, Früchten, Eiern, frisch geschlüpften Küken und Insekten ernähren.

Im Darm der Schleichkatzen werden die Kaffeekirschen Enzymen ausgesetzt. Es kommt zu einer sehr speziellen Fermentierung, die sich von der üblichen (im Wasser) selbstverständlich sehr unterscheidet.

Die Säure und Enzyme im Magen der Katzen ändern die Geschmackseigenschaften des Kaffees und lassen das charakteristische, dunkles und volle, aber auch etwas „muffige“ Aroma entstehen.

Verdaut wird nur das Fruchtfleisch der Kirsche. Die Kaffeebohne bleibt unberührt und wird mit der Pergamentschutzhülle geschützt ausgeschieden.

Die Bohnen werden daraufhin gewaschen und dann lediglich zwölf Minuten von Hand geröstet, um das Potenzial dieser seltenen Sorte noch weiter zu maximieren.

Da die Schleichkatzen bevorzugen immer wieder an der selben Stelle ihr Geschäft zu verrichten ist es für die Sammler leichter die Exkremente zu finden.

Kopi Luwak

Mittlerweile wurde auch eine synthetische Lösung mit diesen Enzymen entwickelt und patentiert um den natürlichen Effekt und damit Geschmack des Kopi Luwaks produzieren zu können.

Es werden jährlich gerade mal ca. 230 kg vom Kopi Luwak Kaffee hergestellt.

Ein besonderer Geschmack

Die Kafee-Rariät Kopi Luwak hat eine unverwechselbare würzig bis süßliche Geschmacksnote.

Das Aroma von Kopi Luwak Kaffee wird sehr wortreich beschreiben: mild, modrig, erdig, muffig, gehaltvoll, vollmundig, dunkel, sirupgleich.

Trotz der angesprochenen Fermentation im Magen und Darm der Katzen hat der Kaffee keinerlei bitteren Nachgeschmack.

Der britische Schauspieler John Cleese (Monty Python) lobte den Geschmack und empfindet in ihm Untertöne von Dschungel und Schokolade.

Der weltweit exklusivste Kaffee

In den westeuropäischen Ländern gilt Kopi Luwak durch seinen einzigartigen Geschmack als Feinschmeckertipp und als eines der exklusivsten Getränke der Welt. Das geringe jährlich Produktionsvolumen (230 kg) trägt das ihrige zum Preis bei.

Ein Kilogramm Kopi Luwak Bohnen kostet direkt bei den Erzeugern zwischen 40 und 75 Euro. In Europa legt man für ein Kilogramm Kaffeebohnen bis zu 1000 Euro auf den Tisch.

In Mitteleuropa zahlt der finale Kunde bis zu 50 Euro für eine Tasse Kopi Luwaks. In England müssen Kunden umgerechnet gar an die 65 Euro für eine Tasse Espresso bezahlen.

Die Geschichte des Kaffees

Die Luwakkatze wurde von den Einheimischen eine lange Zeit als Schädling angesehen da sie durch die Kaffeebäume klettert und nur die dunkelroten, reifen Kaffeekirschen stahl.

Im frühen 19. Jahrhundert kamen einige Einwohner auf die Idee, die verdauten und ausgeschiedenen Kaffeebohnen einzusammeln und zu rösten – die Kaffee-Spezialität Kopi Luwak war entstanden!

Jedoch wurde dieser Kaffe in erster Linie von der einheimischen Bevölkerung getrunken. Kopi Luwak galt nicht als Spezialität und der Fokus der lokalen Kaffeeproduktion lag auf wertvollerem Plantagenkaffee welcher für den Export bestimmt war. 

Der teuerste Kaffee der Welt ist heutzutage in Teilen Indonesiens immernoch verboten, denn lokale Imame halten diesen für unsauber.

Schwankende Qualität

Die Qualität dieses Kaffees ist schwankend und hängt von der Art der gefressenen Kaffeebohnen ab, sowie von der Zeit die sie auf dem Waldboden gelegen hat, vom Niederschlag und vom Rest der Nahrung, die die Schleichkatzen aufgenommen haben. Daneben hat auch das Trocknungsverfahren einen erheblichen Einfluss auf die Qualität.

Tierschutz

Leider hat der hohe Preis des Kaffees zur Folge, dass in diesen Ländern Schleichkatzen gefangen werden um sie mit Kaffeekirschen zu füttern.

Oftmals geschieht das nicht artgerecht und die armen Tiere werden wie Hühner in Legebatterien gepfercht.

Kopi Luwak aus Schleichkatzen-Farmen bietet Bauern den Vorteil, dass der Kaffee durch die geregelte Nahrungsaufnahme der Tiere kontrollierter erzeugt werden kann. Der zuvor angesprochen Qualitätsschwankung wird somit entgegengewirkt.

Zum Glück gibt es hier aber nicht nur „schwarze Schafe“, sondern auch Kaffeebauern die sich um eine ökologische und tierschutzgerechte Produktion von kümmern.

Kaffeesorten Kaffeewissen

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Vorheriger Artikel
Cappuccino, Latte Macchiato oder Milchkaffee?
Nächster Artikel
Kaffeetrinker in Quarantäne