Aufbereitungsverfahren von Kaffee

Nach der Ernte ist die Kaffee-Kirsche nicht sofort für den Genuß geeignet. Der frische Kaffee ist auch nicht transportfähig und länger haltbar, denn es muss zuerst die gesamte Umhüllung entfernt werden. Erst dann ist die Kaffe-Bohne auch marktfähig, und es gibt hauptsächlich zwei verschiedene Aufbereitungsverfahren, um das zu erreichen: nasse und trockene Aufbereitung. Bei diesem Prozess wird aus der Bohne der Großteil des Wasser entfernt, zusammen mit Fruchtfleich, Fruchthaut, Fruchtschleim, Silberhäutschen und Pergamenthaut. Am Schluss bleibt die trockene, saubere Kaffee-Bohne übrig.

Trockene Aufbereitung

Bei diesem Prozess muss die ganze Kaffe-Kirsche so lange austrockenen, bis sich die Bohne darin ohne Rücksstände und selbstverständlich auch trocken, einfach herausschälen lässt. Dieses Aufbereitungsverfahren wird praktisch auch von der Natur aus vorgemacht, deshalb gilt auch die trockene Methode eigentlich als die wesentlich ältere. Die Kaffee-Kirschen müssen zum Trocknen möglichst gleichmäßig reif sein, und auf gepflasterten oder betonierten Trockenflächen ausgebreitet sein. Damit die Kirschen nicht verfaulen, darf die ausgebreitete Schicht nicht zu dick sein. Die Früchte müssen bei diesem Verfahren ständig bewegt und gewendet werden. Das Trockengut ist vor starken Temperaturschwankungen und Regen gut zu schützen. Bis die gesamte Kaffee-Kirsche komplett getrocknet ist, dauert es meist 3 bis 5 Wochen. Eine frisch gepflückte Kaffe-Krsche besteht sogar bis zu 60% aus Wasser. Die Restfeuchte nach der Aufbereitung, beträgt dann nur noch etwa 12%. Eine maschinelle Schnelltrocknung ist zwar auch möglich, jedoch ist diese aufwendig und sehr teuer.

Nasse Aufbereitung

Für die nasse Aufbereitung ist das Vorhandensein von Wasser eine notwendige Voraussetzung. Bei diesem Verfahren benötigt man für 1 Kilogramm Roh-Kaffee 150 Liter Wasser. Die frischen Kaffee-Kirschen werden zunächst von Verunreinigungen befreit (von Hand oder mechanisch) und danach in Schwemmkanälen oder Wassertanks vorsortiert. Die Kaffe-Kirschen geraten dann in den sogenannten Pulper. Diese Maschine dient dazu, das Fruchtfleisch so von den Kaffee-Bohnen abzuquetschen, ohne dass diese beschädigt wird. Die Bohne bleibt aber dennoch von einer Schleimschicht umgeben – übrig bleibt noch die Pergamenthauthülle. Auch das überflüssige Fruchtfleisch wird gleichzeitig von der Bohne getrennt. Der entpulpte Kaffee gelangt schließlich in einen Fermentationsbehälter. Durch den sogenannten Fermentationsvorgang wird noch der haftende Restschleim an der Pergamenthaut abgelöst und abwaschbar gemacht. Die Fermentation wird auch von den im Kaffee vorhandenen Enzyme bewirkt. Notwendig ist eine absolute Sauberkeit aller Aggregate und Anlagen, denn eine Bohne die der Gärung zulange ausgesetzt war, kann schnell zu einer “Stinkerbohne” werden und die ganze Kaffee-Partie verderben. Nach der Fermentation wird der Kaffe in Waschtanks gewaschen, und muss danach noch ca. 10 bis 15 Tage getrocknet werden.

Anbau & Verarbeitung Kaffeewissen

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